Ich bekomme gerade öfter dieselbe Frage von Vermietern auf Borkum und von der Küste: Jemand hat gelesen, dass sich bei Google etwas an der Hotelsuche ändert, und fragt sich, ob die eigene Pension jetzt aus der Suche fliegt. Kurze Antwort vorweg: nein. Aber es lohnt sich, einmal genau hinzuschauen, wo dein Preis und dein Buchungslink noch auftauchen.
Was hat Google zum 30. September 2026 geändert?
Google hat die sogenannten Third-Party Rates für Hotel Ads beendet. Bis dahin konnte Google Hotelpreise automatisch aus Drittquellen übernehmen und in den Hotelanzeigen und Preisvergleichsflächen ausspielen. Seit dem 30. September 2026 passiert das nicht mehr (Triptease, 18.08.2026).
Wer weiterhin eigene Preise in diesen Flächen zeigen will, braucht eine direkte Datenanbindung: entweder ein eigenes Konto im Google Hotel Center oder die Anbindung über einen Integrationspartner. Der Feed muss mit Google Ads verbunden werden, und betroffene Kampagnen müssen unter Umständen neu angelegt werden (Search Engine Roundtable, 03.07.2026).
Das klingt nach Hotelketten-Thema. Für eine Pension mit acht Zimmern oder drei Ferienwohnungen ist aber genau eine Sache relevant: ob neben den Portalpreisen noch ein Weg zu dir direkt sichtbar ist.
Verschwindet meine Unterkunft jetzt aus Google?
Nein, und diese Zuspitzung lese ich gerade zu oft. Dein Objekt kann weiterhin als Unterkunft auffindbar sein. Wegfallen kann die direkte Preis- und Buchungszeile. Preise von Buchungsportalen erscheinen dagegen weiter, weil die Portale eigene Anbindungen an Google haben (webnetz, 02.09.2026).
Praktisch heißt das: Ein Gast sucht nach deinem Haus, findet es, sieht aber nur Preise von Portalen. Der Klick zu dir direkt fehlt oder ist weniger prominent. Genau das ist der Punkt, an dem es für dich teuer wird, nicht das Verschwinden aus der Suche.
Wichtig: Nicht jeder Betrieb ist betroffen. Entscheidend ist, ob Google deine Preise bisher nur aus Drittquellen übernommen hat oder ob dein Reservierungssystem, deine Buchungsmaschine oder dein Channel Manager bereits einen eigenen Feed an Google schickt.
Wie prüfe ich in einer halben Stunde, ob ich handeln muss?
Ich mache das immer in dieser Reihenfolge. Du brauchst dafür kein Technikwissen, nur ein Browserfenster und zehn Minuten Ruhe.
01Notiere den Namen deines Reservierungs- oder Buchungssystems. Falls du es nicht weißt: Schau auf deiner Website in das Buchungsfenster, dort steht meist der Anbieter.
02Suche deine Unterkunft bei Google und in der Google-Hotelsuche mit einem realistischen Aufenthaltszeitraum, etwa zwei Nächte in den Osterferien.
03Wiederhole die Suche mit mindestens zwei weiteren Zeiträumen, zum Beispiel Juli und ein Wochenende im November.
04Mach von jedem Ergebnis einen Screenshot der angezeigten Preis- und Buchungsoptionen.
05Prüfe: Erscheint neben Portalpreisen auch ein direkter Preis oder ein Link zu deiner eigenen Website?
Wenn in allen drei Suchen nur Portalpreise auftauchen und kein Weg zu dir direkt sichtbar ist, hast du Handlungsbedarf. Das ist das klarste Warnsignal (webnetz, 02.09.2026).
Welche Frage stelle ich meinem Buchungssoftware-Anbieter?
Das ist der entscheidende Schritt, und er dauert fünf Minuten. Die Prüfung beginnt beim eigenen Buchungs- oder Reservierungssystem: Kann es einen aktuellen Preis- und Verfügbarkeitsfeed an Google Hotel Center oder an einen geeigneten Konnektivitätspartner senden? Dass jede Buchungssoftware das automatisch kann, lässt sich so pauschal nicht sagen (Hotel News Resource, 22.07.2026).
Schreib deinem Anbieter wörtlich: Wird unser direkter Preis- und Verfügbarkeitsfeed an Google Hotel Center übermittelt, und ist er aktuell aktiv? Bitte um eine schriftliche Antwort mit Ja oder Nein. Vage Antworten wie "wir arbeiten mit Google zusammen" reichen nicht. Frag nach, ob der Feed für dein Objekt aktiv ist.
Nach der Antwort prüfst du noch einmal mit denselben Suchdaten wie vorher. So siehst du, ob sich wirklich etwas geändert hat, statt dich auf eine Zusage zu verlassen.
| Antwort des Anbieters | Was du als Nächstes tust |
|---|---|
| Feed ist aktiv und aktuell | Preise, Belegung, Unterkunftstypen und Buchungslink stichprobenartig gegenprüfen |
| Feed ist möglich, aber nicht aktiviert | Aktivierung beauftragen und Termin dafür schriftlich bestätigen lassen |
| Feed wird nicht unterstützt | Prüfen, ob ein Integrationspartner oder ein Wechsel des Systems sinnvoll ist |
| Keine klare Antwort | Konkret nachhaken, Screenshot der Suche mitschicken |
Was bringt ein Preisfeed, und was nicht?
Hier bin ich ehrlich, weil gerade viel Anbietermarketing unterwegs ist. Ein eigener Feed sorgt dafür, dass deine Preis- und Buchungsdaten technisch an der vorgesehenen Stelle bereitstehen. Mehr nicht. Eine bessere Platzierung, mehr Buchungen oder weniger Abhängigkeit von Portalen folgen daraus nicht automatisch.
Ob dich jemand sieht und bucht, hängt weiter an Datenqualität, Verfügbarkeit, deiner Website, der Nachfrage im jeweiligen Zeitraum und daran, wie Google ausspielt. Der Feed ist die Eintrittskarte, nicht der Sitzplatz in der ersten Reihe.
Lass dir keine Garantie für Platzierungen oder Buchungszahlen verkaufen. Belegt ist nur, dass ein eigener Feed für bestimmte Preis- und Anzeigenformate nötig sein kann.
Muss ich dafür meine Website neu bauen?
Nein. Ein Beispiel, wie es typischerweise aussieht: Eine Pension auf Borkum hat eine eigene Website mit eingebetteter Buchungsmaschine. Vor der Umstellung zeigte Google zusätzlich einen von einem Portal übernommenen Preis. Danach bleibt der Eintrag auffindbar, die direkte Preiszeile fehlt. Der sinnvolle erste Schritt ist nicht der Austausch der Website, sondern die schriftliche Klärung mit dem Buchungssoftware-Anbieter.
Der technische Aufwand hängt davon ab, ob dein System die Anbindung schon unterstützt. Ist sie da, geht es um Aktivierung und Kontrolle. Ist sie nicht da, kommen Einrichtung, Prüfung und gegebenenfalls eine Kampagnenanpassung dazu (Triptease, 18.08.2026).
Was du parallel immer tun kannst, unabhängig von Google: Sorge dafür, dass deine eigene Website die Buchung schnell und ohne Umwege möglich macht und dass Preise, freie Zeiträume und Unterkunftstypen überall identisch sind. Wenn jemand über eine KI-Suche oder einen Umweg bei dir landet, entscheidet das mehr als jede Anzeigenfläche.
Wenn du Buchungssoftware, Konnektivitätsdienste oder zusätzliche Analysewerkzeuge einsetzt, klär mögliche Datenschutzfragen bitte mit deiner eigenen Beratung. Das gehört zur Vorbereitung dazu und ist nichts, was ich dir hier abnehmen kann.
Wie fange ich konkret an?
Heute: drei Testsuchen mit unterschiedlichen Zeiträumen, Screenshots sichern.
Diese Woche: eine Mail an den Buchungssoftware-Anbieter mit der konkreten Feed-Frage.
Nach der Antwort: erneut mit denselben Daten prüfen und das Ergebnis notieren.
Dauerhaft: einmal im Quartal dieselbe Prüfung wiederholen, am besten vor der Buchungssaison.
Mehr ist es erst einmal nicht. Die meisten Betriebe, mit denen ich das durchgehe, brauchen für diese Bestandsaufnahme unter einer Stunde. Erst danach weißt du überhaupt, ob du investieren musst.
Wenn du unsicher bist, ob dein Buchungssystem mitspielt oder was die Antwort deines Anbieters bedeutet: Schau dir den Digital-Check an. Ich gehe deine Sichtbarkeit, deine Buchungswege und deine Werkzeuge einmal strukturiert durch und sage dir, was wirklich ansteht. Digital-Check anfragen.



