Ende September ändert sich auf der Insel fast alles: Der Mittagsservice fällt weg, die Rezeption ist kürzer besetzt, aus Hauptsaison werden Ruhetage. Nur im Google-Unternehmensprofil steht oft noch der Juli. Ich sehe das jedes Jahr, und es kostet dich Anrufe, die du gar nicht willst, und Gäste, die vor der Tür stehen. Der folgende Check dauert zusammen etwa zwei Stunden. Er ist kein Zaubertrick für Platz eins, sondern eine Aufräumaktion, die du einmal im Herbst machst.
Welche Angaben soll ich im Herbst zuerst prüfen?
Die Öffnungszeiten. Google empfiehlt ausdrücklich, reguläre Öffnungszeiten aktuell zu halten und für Feiertage oder begrenzte Zeiträume spezielle Öffnungszeiten einzutragen. Diese Angaben erscheinen sowohl in der Google-Suche als auch in Google Maps, du pflegst sie also an einer Stelle für beide Orte.
Geh die Liste einmal durch und vergleiche jede Zeile mit dem, was heute tatsächlich gilt:
reguläre Öffnungszeiten
Ruhetage
saisonale Schließzeiten
Feiertags- und Sonderöffnungszeiten
getrennte Zeiten für Bereiche wie Restaurant, Rezeption oder Abholung
Danach dieselben Angaben auf deiner Website prüfen. Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Restaurant beendet im Herbst den täglichen Mittagsservice. Im Profil und auf der Website stehen dann Mittag und Abend getrennt, nicht mehr als ein Block von 11 bis 22 Uhr. Unterschiedliche Angaben an zwei Orten erzeugen Rückfragen am Telefon, und genau die willst du ja loswerden.
Aufwand: 15 bis 30 Minuten, je nach Zahl der Bereiche. Grenze: Google kann Angaben automatisch aus anderen Quellen ergänzen oder ändern. Schau nach ein paar Tagen noch einmal nach. Erster Schritt: Öffne dein Unternehmensprofil und vergleiche die angezeigten Zeiten mit dem heutigen Betrieb.
Führt mein Buchungsweg wirklich irgendwohin?
Das Unternehmensprofil ist laut Google die öffentliche Darstellung deines Betriebs in Maps und Suche, mit Standort, Kontaktdaten, Website, Öffnungszeiten, Fotos und Rezensionen. Der Website-Link und die Telefonnummer sind dabei die zwei Stellen, an denen aus einem Sucher eine Anfrage wird. Teste sie selbst, am besten am Smartphone und nicht am Schreibtisch-Rechner.
01Ruf deine eigene Nummer aus dem Profil heraus an.
02Klick auf den Website-Link und schau, wo du landest.
03Such von dieser Seite aus den Weg zur Reservierung oder Buchungsanfrage.
04Füll das Formular komplett aus und schick es ab.
05Prüf, ob die Bestätigung bei dir und beim Absender ankommt.
Eine Pension auf Borkum hat den Website-Link nicht auf die Startseite gelegt, sondern direkt auf die Anfrageseite. Wer aus Maps kommt, sieht ohne weiteren Klick, wie er anfragt. Das ist eine Einstellung, keine Website-Umbau-Aktion.
Ein funktionierender Link ist keine Buchung. Kalender, Formular und E-Mail-Weiterleitung musst du getrennt testen. Ich habe schon Formulare gesehen, die sauber abgeschickt wurden und deren Mails seit Monaten im Spam-Ordner landeten.
Aufwand: 20 bis 45 Minuten. Erster Schritt: Stell selbst eine Testanfrage über ein Smartphone und warte auf die Bestätigung.
Welche Fotos bringen für einen lokalen Betrieb etwas?
Google nennt Außenansichten, Produkte und Dienstleistungen als geeignete Inhalte für Fotos und Videos im Profil. Besonders die Außenansicht hilft laut Google dabei, dass Gäste den Betrieb beim Besuch schneller erkennen. Auf der Insel ist das relevant: Ein Eingang zwischen Dünenweg und Hinterhof sieht im Oktober anders aus als im Juli.
Weg damit, wenn ein Bild:
einen früheren Saisonbetrieb zeigt, etwa die volle Terrasse im Hochsommer
eine veraltete Außenansicht zeigt
Räume oder Angebote zeigt, die es nicht mehr gibt
dunkel, unscharf oder schwer einzuordnen ist
Ergänze stattdessen wenige klare Bilder: Außenansicht, Eingang, aktueller Gastraum oder Zimmer, das aktuelle Angebot, die Umgebung. Eine Ferienunterkunft hat ihre Sommerbilder vom Garten durch Eingang, Aufenthaltsraum und Herbstumgebung ersetzt. Suchende können den Zugang seitdem besser einordnen.
Aufwand: 30 bis 90 Minuten, wenn du vorhandenes Material nutzt. Grenze: Fotos verbessern nicht automatisch deine Position in den Suchergebnissen. Sie machen deinen Betrieb verständlich und aktuell, mehr verspricht Google dazu nicht. Erster Schritt: Öffne dein Profil mit den Augen einer fremden Person und notiere, welches Bild zuerst Vertrauen schaffen soll.
Lohnt sich ein Beitrag im Profil überhaupt?
Beiträge können Text, Fotos oder Videos enthalten und erscheinen im Unternehmensprofil in Google-Suche und Maps. Sie sind Zusatzinformation, kein Ersatz für korrekte Öffnungszeiten. Sinnvoll wird ein Beitrag, wenn er eine konkrete Information und eine nächste Handlung enthält.
Beispiel: "Ab 1. Oktober öffnen wir montags bis donnerstags ab 17 Uhr. Reservierungen sind online möglich." Dazu ein aktuelles Foto und der Link zur Reservierungsseite. Fertig. Ein reiner Werbesatz ohne Datum und ohne nächsten Schritt bringt dagegen nichts.
Vorlage für einen Satz: "Ab [Datum] gilt [Änderung]. Gäste können [nächster Schritt]." Wenn du KI nutzt, gib genau diese Struktur plus deine echten Zeiten vor. Dann kommt kein Werbetext zurück, sondern ein brauchbarer Hinweis.
Aufwand: 15 bis 30 Minuten. Grenze: Sichtbarkeit und Reichweite von Beiträgen sind nicht garantiert.
Wie sehe ich, ob die Änderungen etwas gebracht haben?
Google stellt in der Leistungsübersicht Daten zum Profil bereit. Inhaber und Verwalter sehen unter anderem, wie Nutzer das Profil über Suche und Maps finden und welche Interaktionen erfolgen, genannt werden zum Beispiel Anrufe und Klicks auf den Website-Link. Notiere diese Werte für einen festen Zeitraum, bevor du etwas änderst, und vergleiche nach einigen Wochen dieselben Werte.
| Schritt | Aufwand | Was du danach prüfst |
|---|---|---|
| Öffnungszeiten abgleichen | 15 bis 30 Min. | Profil und Website zeigen dieselben Zeiten |
| Kontakt und Buchungsweg testen | 20 bis 45 Min. | Testanfrage kommt bestätigt an |
| Fotos aktualisieren | 30 bis 90 Min. | Außenansicht passt zur Saison |
| Herbst-Beitrag veröffentlichen | 15 bis 30 Min. | Beitrag nennt Datum und nächsten Schritt |
| Kennzahl notieren | 2 x 10 Min. | Werte vorher und nachher im Vergleich |
Grenze, und die ist wichtig: Diese Werte zeigen Interaktionen mit deinem Profil, nicht Umsatz und nicht die Ursache einer Veränderung. Saison, Wetter, Veranstaltungen und Nachfrage wirken parallel. Wer dir sagt, ein neues Foto bringe messbar mehr Buchungen, verkauft dir etwas. Google selbst gibt für vollständige Angaben keine Garantie für eine bessere Platzierung.
Schaffe ich das allein oder brauche ich Hilfe?
Die Schritte eins, drei und vier machst du selbst, dafür brauchst du niemanden. Google bietet zusätzlich eine Funktion zur Profilstärke, die fehlende Angaben wie Unternehmensbeschreibung, Öffnungszeiten und Kontaktdaten erkennt und beim Ergänzen von Fotos, Videos und Beiträgen hilft. Das ist ein guter erster Kontrollpunkt. Er ersetzt aber nicht den Abgleich mit deinem tatsächlichen Betrieb, denn Google weiß nicht, wann deine Rezeption im November besetzt ist.
Hilfe lohnt sich bei Schritt zwei, wenn Formular, Kalender und Mailversand nicht sauber zusammenspielen, und bei Schritt fünf, wenn du die Werte regelmäßig und ohne Handarbeit festhalten willst. Genau das lässt sich automatisieren, etwa als monatliche Kurzübersicht in deinem Postfach.
Wenn du wissen willst, wo bei dir konkret etwas hakt, schau dir den Digital-Check an: Ich gehe Profil, Website und Anfrageweg mit dir durch und sage dir, was du selbst erledigst und was sich zu automatisieren lohnt. Er kostet 290 Euro netto und wird bei einer Umsetzung angerechnet. Ein Erstgespräch ist kostenlos. Digital-Check anfragen.



