Borkum Digital-Check anfragen

Gastronomie

Steigende Lohnkosten im Gastgewerbe: Stellschrauben jenseits von Preiserhöhungen

Löhne steigen, Stammgäste reagieren empfindlich auf Preise. Welche Stellschrauben bei Wareneinsatz, Abläufen und Reservierung du zuerst drehen solltest.

GastronomieStand: 14. September 20267 Minuten Lesezeit

Dieser Beitrag wurde mit KI erstellt und noch nicht redaktionell geprüft.

Kurz gesagt

Wie fange ich höhere Lohn- und Nebenkosten auf, ohne sofort die Preise für meine Stammgäste zu erhöhen?

Bevor du an der Karte drehst, schau auf Wareneinsatz und Abläufe. Personalkosten und Wareneinsatz machen laut DEHOGA zusammen 60 bis über 70 Prozent des Umsatzes aus. Monatsinventur, gestraffte Karte, Lieferantenvergleich und ein Reservierungssystem ohne Leerlauf senken die Kosten pro Gast, ohne dass Stammgäste eine Erhöhung spüren.

Das Wichtigste

  • Wareneinsatz und Personalkosten machen laut DEHOGA 60 bis über 70 Prozent des Umsatzes aus. Dort liegt der größte Hebel.
  • Die NGG fordert für 2026 Entgeltsteigerungen von 4 bis 6 Prozent, in Niedersachsen wurden 3,0 Prozent ab Mai 2026 und 2,9 Prozent ab Mai 2027 vereinbart.
  • Monatsinventur, Topseller-Review und Lieferantenvergleich bringen laut Fachmagazin mehrere Prozent Ersparnis, ohne dass Gäste etwas merken.
  • Zeitfenster und feste Sitzzeiten in der Reservierung reduzieren Leerlauf im Service, gerade in der Insel-Nebensaison.
  • Wer früh gegensteuert, vermeidet die Notlage. Fachportale nennen frühzeitiges Handeln als entscheidend.

Auf Borkum kenne ich das Muster: Im Juli läuft alles, im November stehen dieselben Fixkosten im Raum. Wenn dann noch die Löhne steigen, ist der erste Reflex die Karte. Zwei Euro auf den Fisch, einen Euro auf den Kuchen. Das merken Stammgäste sofort, und die kommen jedes Jahr wieder. Es gibt Stellschrauben, die vorher dran sind.

Wie stark steigen die Löhne 2026 wirklich?

Der Hauptvorstand der Gewerkschaft NGG hat Ende 2025 eine Linie für die Tarifrunden 2026 beschlossen: Entgeltsteigerungen von 4 bis 6 Prozent bei zwölf Monaten Laufzeit, dazu Einstiegsentgelte nicht unter 14,70 Euro und Verbesserungen für Auszubildende (NGG, 26.11.2025). In mehreren Regionen liegen die Forderungen aktuell bei 6 Prozent, etwa in der Städteregion Aachen für rund 9.850 Beschäftigte (t-online Aachen, 08.09.2026).

Für Niedersachsen gibt es bereits einen Abschluss für Hotels und Gastronomie: 3,0 Prozent ab Mai 2026 und weitere 2,9 Prozent ab Mai 2027, Laufzeit bis Ende April 2028 (ZEIT Online, 26.03.2026). Für dich heißt das: Der Kostendruck kommt nicht als einmaliger Schlag, sondern gestaffelt über mehrere Jahre. Wer das einplant, hat Zeit zum Nachsteuern.

Wo liegt der größte Hebel in meinem Betrieb?

Nach Angaben des DEHOGA machen Wareneinsatz und Personalkosten zusammen 60 bis über 70 Prozent des Umsatzes eines gastronomischen Betriebs aus (MDR, 04.03.2026). Diese zwei Blöcke entscheiden also über deine Marge. Alles andere, von der Website bis zur Versicherung, ist Kleingeld dagegen.

Am Personal zu sparen ist auf der Insel meist keine Option. Wer im Sommer Leute findet, hält sie. Bleibt also der Wareneinsatz und die Frage, wie viel Umsatz du pro bezahlter Arbeitsstunde erzeugst. Beides lässt sich organisatorisch angehen, ohne dass ein Gast es auf der Karte sieht.

Welche Stellschrauben beim Wareneinsatz bringen wirklich etwas?

Ein Fachbeitrag zum Wareneinsatz nennt konkrete Maßnahmen, die in Summe mehrere Prozent Ersparnis bringen können (HOGAMAGAZIN, 14.07.2026). Ich sortiere sie nach Aufwand:

  1. Monatliches Topseller-Review. Welche zehn Gerichte laufen am besten, welche Marge haben sie, wie aufwendig sind sie in der Küche? Gerichte mit hoher Marge und geringer Komplexität gehören nach vorn auf die Karte.
  2. Karte straffen. Speisen mit hohem Aufwand oder hohem Verderbrisiko raus. Weniger Positionen heißt weniger Lagerware, weniger Abschriften und schnellere Abläufe in der Küche.
  3. Konsequente Monatsinventur. Ohne Inventur weißt du nicht, wohin die Ware geht. Schwundanfällige Produkte wie Alkohol, Fleisch und hochwertige Zutaten brauchen engmaschige Kontrolle.
  4. Lieferantenvergleich. Regelmäßig, nicht alle drei Jahre. Auf der Insel kommt der Transport dazu, das lohnt einen eigenen Blick auf Bestellrhythmus und Mindestmengen.

Das Fachmagazin beschreibt die Kombination aus Einkaufskontrolle, Preisstrategie und effizienter Speisekarte als besonders wirksam. Wichtig: Das ist Routinearbeit, kein Projekt. Einmal im Monat zwei Stunden am Küchentisch reichen, wenn die Zahlen sauber vorliegen.

Fang mit der Inventur an, nicht mit der Karte. Ohne verlässliche Zahlen zum Wareneinsatz streichst du am Ende das falsche Gericht.

Wie hole ich mehr Umsatz aus den vorhandenen Arbeitsstunden?

Viele Betriebe leiden gleichzeitig unter Personalmangel und hohen Kosten. Die Folge sind eingeschränkte Öffnungszeiten, weniger angebotene Plätze oder eine reduzierte Karte (MDR, 04.03.2026). Wenn du weniger Stunden zur Verfügung hast, muss jede Stunde mehr bringen.

Der praktische Ansatz: Reservierungen bündeln statt gleichmäßig verteilen. Wenn zwischen 17:30 und 18:00 Uhr sieben Tische kommen und danach zwei Stunden nichts, zahlst du Leerlauf. Mit definierten Zeitfenstern und festen Sitzzeiten lenkst du den Fluss. Das ist eine Ableitung aus der Kostenstruktur, keine Zahl aus einer Studie, aber jeder Wirt kennt den Effekt aus dem eigenen Dienstplan.

  • Online-Reservierung mit Zeitfenstern statt Telefonliste. Spart dir außerdem die Anrufe während des Service.
  • Automatische Erinnerung per E-Mail oder SMS am Vortag. Weniger No-Shows heißt weniger leere Tische in der Hauptzeit.
  • Zwei Sitzungen am Abend statt einer offenen, wo es der Gästekreis hergibt. Auf der Insel funktioniert das im Sommer besser als im März.
  • Dienstplan an den tatsächlichen Buchungen ausrichten, nicht am Gefühl der Vorwoche.

Welche Kennzahlen sollte ich monatlich anschauen?

Du brauchst keine Controlling-Abteilung. Vier Zahlen reichen, um früh zu merken, ob die Lohnsteigerung dir die Marge frisst.

KennzahlWas sie zeigtWie oft
WareneinsatzquoteAnteil Warenkosten am Umsatzmonatlich, nach Inventur
PersonalkostenquoteAnteil Löhne inkl. Nebenkosten am Umsatzmonatlich
Prime CostWare plus Personal zusammenmonatlich, Trend über 12 Monate
Umsatz pro ArbeitsstundeProduktivität im Service und in der Küchewöchentlich in der Saison

Fachbeiträge empfehlen genau diese Analyse von Wareneinsatzquote und Prime Cost zur Optimierung (HOGAMAGAZIN, 14.07.2026). Der Trend ist wichtiger als der einzelne Monat. Wenn die Prime Cost drei Monate in Folge steigt, ist die Zeit für Gegenmaßnahmen.

Wann ist eine Preiserhöhung trotzdem unvermeidbar?

Ehrlich: Organisatorische Maßnahmen fangen einen Teil auf, nicht alles. Seit 2022 sind Kosten für Waren, Personal und Energie laut DEHOGA-Angaben teilweise um bis zu 40 Prozent gestiegen (HOGAPAGE, 19.03.2026). Dieselbe Quelle nennt frühzeitiges Gegensteuern über betriebswirtschaftliche und organisatorische Maßnahmen als entscheidend, um Insolvenzen zu vermeiden.

Wenn du erhöhst, dann gezielt statt flächendeckend. Positionen mit schwacher Marge und geringer Preissensibilität zuerst, Klassiker deiner Stammgäste zuletzt. Und lieber einmal im Jahr sauber kalkuliert als dreimal in Trippelschritten, die jeder mitbekommt.

Sprich mit deinem Team über den Kostendruck, bevor es die Zeitung tut. Der Tarifstreit zwischen NGG und DEHOGA läuft öffentlich, deine Leute lesen mit.

Was mache ich als Erstes?

  1. Inventur für den letzten abgeschlossenen Monat sauber durchziehen und die Wareneinsatzquote ausrechnen.
  2. Die zehn meistverkauften Gerichte auflisten und je Gericht Marge und Küchenaufwand danebenschreiben.
  3. Reservierungen der letzten vier Wochen nach Uhrzeit auswerten. Wo entsteht Leerlauf?
  4. Ein Online-Reservierungstool mit Zeitfenstern testen, bevor die nächste Saison anläuft.
  5. Prime Cost als monatliche Routine festlegen, am besten mit festem Termin im Kalender.

Wenn du wissen willst, welche dieser Schritte in deinem Betrieb am schnellsten wirken und wo Technik dir Arbeit abnimmt statt neue zu machen, schau dir den Digital-Check an. Wir gehen deine Abläufe durch und du bekommst eine Liste mit dem, was sich lohnt. Der Check kostet maximal 149 Euro. Schreib mir einfach, worum es bei dir gerade geht.

Dünengras im Küstenlicht · künstlerische Visualisierung — KI-generiertes BildKI-generiert

Sprechstunde

Digital-Sprechstunde Borkum. Alle zwei Wochen, kostenlos.

Bring eine konkrete Frage zu Website, Buchung oder KI mit. Nach einem kurzen Impuls ist Zeit für eure Anliegen. Die Teilnahme ist kostenlos und unverbindlich.

Fragen und Antworten

Häufige Fragen

Wie viel Lohnsteigerung muss ich 2026 einplanen?

Das hängt vom Tarifgebiet ab. Die NGG empfiehlt ihren Tarifkommissionen für 2026 **4 bis 6 Prozent** bei zwölf Monaten Laufzeit ([NGG, 26.11.2025](https://www.ngg.net/presse/pressemitteilungen/ngg-fordert-entgeltsteigerungen-von-4-6-prozent-und-bessere-bedingungen-fuer-auszubildende)). Für Hotels und Gastronomie in Niedersachsen wurden 3,0 Prozent ab Mai 2026 und 2,9 Prozent ab Mai 2027 abgeschlossen ([ZEIT Online, 26.03.2026](https://www.zeit.de/news/2026-03/26/mehr-geld-fuer-beschaeftigte-in-hotels-und-gastronomie)).

Bringt eine kürzere Speisekarte wirklich Geld?

Sie wirkt an zwei Stellen gleichzeitig. Weniger Positionen bedeuten weniger Lagerware und weniger Abschriften bei verderblichen Zutaten, und die Küche arbeitet schneller. Das Fachmagazin HOGAMAGAZIN empfiehlt ausdrücklich, Speisen mit hohem Aufwand oder hohem Verderbrisiko zu reduzieren und die Karte anhand monatlicher Topseller-Reviews zu optimieren.

Lohnt sich ein Online-Reservierungssystem für einen kleinen Inselbetrieb?

Wenn du regelmäßig während des Service ans Telefon musst oder Abende mit Leerlauf und andere mit Stau hast, ja. Der Nutzen liegt weniger in der Technik als in der Steuerung: Zeitfenster, feste Sitzzeiten und Erinnerungen gegen No-Shows. Fang klein an und teste eine Saison.

Was tue ich, wenn die Maßnahmen nicht reichen?

Dann erhöhe gezielt statt flächendeckend. Positionen mit schwacher Marge zuerst, die Klassiker deiner Stammgäste zuletzt. Wichtig ist, früh zu handeln. HOGAPAGE nennt frühzeitiges Gegensteuern über betriebswirtschaftliche und organisatorische Maßnahmen als entscheidend, um in die Insolvenz führende Entwicklungen zu vermeiden.

Wie rede ich mit dem Team über den Kostendruck?

Offen und mit Zahlen aus deinem Betrieb, nicht mit allgemeinen Klagen. Der Tarifkonflikt zwischen NGG und DEHOGA wird öffentlich ausgetragen, deine Leute kennen die Debatte. Erkläre lieber, welche Abläufe du ändern willst und warum, und hol dir Vorschläge aus Küche und Service.

Der nächste Schritt beginnt im Gespräch.

Du hast die Frage, ich habe die Antwort. Und die Umsetzung.

Eine Stunde vor Ort, ein Bericht mit drei nächsten Schritten. Der Digital-Check kostet 290 Euro und wird bei einer Umsetzung angerechnet.